Arbeit in der Vorklasse

 

In die Vorklasse werden (nur) schulpflichtige Kinder eingeschult. Aus verschiedenen Gründen benötigen diese Kinder noch Zeit zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Diese Zeit bekommen sie hier!

 

Die Kinder der Vorklasse nehmen an allen Aktivitäten der Schulgemeinschaft teil und sind in das Schulleben voll integriert. In diesem der ersten Klasse vorgeschalteten Jahr, das nicht auf die Schulpflicht angerechnet wird, haben unsere Schülerinnen und Schüler Zeit, sich in einem geschützten Rahmen an den Schulbetrieb zu gewöhnen. Noch gibt es viele Phasen des freien Spiels, aber die Kinder lernen auch schon erste Buchstaben und Zahlen. Einige beginnen gegen Ende des Jahres bereits zu lesen und alle können einfache Rechenaufgaben lösen.

Neben der sprachlichen Stärkung ist die Bewegungsförderung ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Täglich gibt es während der Unterrichtszeit Bewegungsphasen, in denen gezielt auch der für das Lernen so wichtige Gleichgewichtssinn geschult wird. Einen Vormittag in der Woche verbringen die Kinder draußen. Die Klasse läuft bis zum Park Schönfeld. Das unmittelbare Erleben der Jahreszeiten und die regelmäßige Bewegung stärken die Kinder für die Anforderungen des Schulalltages.

Viele inhaltliche Projekte, der Musikunterricht sowie die Durchführung von verschiedenen Programmen (u.a. Schreibtanz und Marburger Konzentrationstraining) bereiten die Kinder gezielt auf die Inhalte der ersten Klasse vor.

 

All dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Eltern, mit denen wir regelmäßig Entwicklungsgespräche führen.

 

 

 

Draußentage

 

Wenn die Vorklasse einmal in der Woche ihren „Draußentag“ hat, erleben die Kinder immer wieder spannende Dinge.

So gehen wir im Winterhalbjahr häufig zum Spielplatz an der Weserbahn. Auf dem Weg dorthin sehen wir verschiedene Tiere. Es gibt einen Garten, in dem wir Hasen in ihrem Stall beobachten können. In einem anderen Garten kräht uns ein Hahn entgegen. Und besonders gern rupfen die Kinder Gras aus, um damit die Pferde zu füttern. Diese lassen sich dabei auch streicheln.

Im Winter hat Frau Schley mit der Vorklasse selbst Meisenringe hergestellt, welche wir auf  einem unserer Ausflüge in den Bäumen verteilt haben. Als wir nach einigen Wochen wieder vorbei gekommen sind, konnten wir die Bänder, mit denen diese befestigt waren, wieder mitnehmen. Es war alles aufgefressen.

 

Als es im Januar endlich einmal Schnee gab, sind die Kinder mit Frau Schwegler spontan mit Bus und Bahn zum Ehlener Kreuz gefahren. Zum Glück gibt es in der Schule genügend Poporutscher! So konnte der Spaß gleich losgehen. Viele Kinder sind zum ersten Mal in ihrem Leben mit dem Poporutscher einen Berg herunter geflitzt. Mit ein bisschen Übung hatten alle Kinder schnell den Bogen raus und haben sich spannende Rennen geliefert.

Am liebsten wären die Kinder der Vorklasse beim nächsten Draußentag gleich wieder in den Schnee gefahren – aber da war er schon wieder weg.

 

Im Februar haben wir den Kinderbauernhof an der Weserspitze besucht. Es war zwar kalt, aber wunderschön draußen. Zuerst hat uns Katarina den Hof und die Tiere gezeigt. Wir durften ins Hühnerhaus und haben sogar ein Ei gefunden. Danach haben wir die Schafe aus dem Stall geholt und sie an der Leine zu ihrer Weide gebracht. Mit allen Kindern zusammen haben wir danach das (mobile) Unterstellhäuschen verstellt und dann noch den Zaun umgesteckt, damit die Schafe wieder neues Gras fressen konnten. Außerdem mussten wir mit Eimern aus der Fulda Wasser holen, damit die Schafe etwas zum Trinken haben.

Danach sind wir zu den Hängebauchschweinen gegangen. Wir haben ihnen das Fressen angerührt und dabei festgestellt, dass die Schweine viele Dinge fressen, die wir Kinder auch essen. Aber: Die Schweine haben ganz schön laut geschmatzt.

Sogar Bienen gibt es auf dem Kinderbauernhof. Da diese schon geflogen sind, waren wir ganz vorsichtig und haben ihnen nur von weitem zugeschaut.

Es gab noch kleine Lämmer, die wir auch streicheln durften. Und zu den Hasen konnten wir immer allein in das Gehege klettern und sie mit Salat und Mohrrüben füttern.

Zum Abschluss haben wir noch auf dem abenteuerlichen Gelände des Kinderbauernhofes gespielt. Es war ein wunderbarer und erlebnisreicher Tag.

 

Tabea Schwegler